Das erste Date ist da, zwei Herzen schlagen Purzelbäume, Augenpaare treffen sich, in denen sich Bewunderung, Neugier und ein überwältigendes Glitzern rasant abwechseln.

Sie bewundert seine gepflegte Erscheinung, sein gewinnendes Lächeln, seine Stärke, die er ausstrahlt, seinen Charme und all die anderen Dinge, die dazu führen, dass wir uns verlieben.

Er genießt ihre Schönheit, ihr Auftreten voller Selbstbewußtsein, ihre demonstrierte Unabhängigkeit und ihre Weiblichkeit, deren Reize sie gekonnt einsetzt.

Soweit, so gut.
Die ersten Wochen gehen ins Land, man trifft sich gern, verabredet sich, verliebt sich. Jeder unternimmt viel im eigenen Freundeskreis und in der eigenen Familie, freut sich aber jedes Mal aufs Neue, wenn man endlich wieder Zweisamkeit teilen kann.
Den Rythmus der Dates bestimmt in erster Linie sie, denn sie ist ja schließlich viel beschäftigt und emanzipiert. Er ist dankbar für so viel Selbständigkeit einer Frau, weil er so genug Zeit hat für seine ganz eigenen Hobbys: Fußball, Abende mit Freunden, Konzerte usw.

Irgendwann kommt der Tag, an welchem diese Beziehung “ernst” wird. Man plant, zusammen zu wohnen und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Und plötzlich fühlt der Mann sich, als wäre seine Welt auf den Kopf gestellt worden und hätte seine tolle, emanzipierte und selbständige Braut verschwinden lassen.
Die Verwandlung der ursprünglich so liebenswerten freien potenziellen Partnerin macht ihm sein Leben plötzlich unglaublich schwer und seinen Freiraum kaputt:

SIE LÄSST IHM NICHT MEHR SEINEN FREIRAUM!

Wenn er sich mit Freunden verabreden will, wird sie maulig, weil sie doch eigentlich mit ihm “was-auch-immer” machen wollte.
Wenn er länger arbeiten muss, weil die Karriere ruft, meckert sie, warum er sich das antut und sie dafür warten lässt. (oder – noch schlimmer – sie belehrt ihn, wie ungesund das ist).
Wenn er Fußball schauen möchte, wirft sie ihm vor, dass er nie für sie Zeit hat.
So kann man diese Liste weiter führen bis ins Unendliche.

Alternativ geht das natürlich auch unter dem Deckmantel der endlosen Sorge, welche die Partnerin zu zerfressen droht und was sie ihm deutlich zeigt.

Das Ergebnis bleibt aber gleich: der Mann vermisst seine emanzipierte, selbständige Braut, die ihm die Freiheit ließ, sich als Mann zu fühlen und sich nicht aufgeben zu müssen.

Irgendwann wird es ihm zu bunt und er entfernt sich wieder. Einerseits, um fliehen zu können, solange es geht, andererseits, um aber nochmals einen Blick von Weitem auf sein gewähltes Weibchen zu werfen – vielleicht war es ja nur vorübergehend, diese Verwandlung?

Bei der Dame erzeugt dieses Verhalten noch mehr Verlustangst, weil sie ihn natürlich nicht verlieren möchte, ihren Prinzen, den sie doch gerade erst gefunden hatte und mit dem die Zukunft so großartig sein sollte.

Er wiederum spürt noch mehr Fluchtreflexe und entfernt sich zunehmend.

Letztlich schlägt das Festhaltenwollen durch sein Weibchen um in Wut und Aggression, weil sie ihn für beziehungsunfähig und sich für nicht gut genug hält.

Und dann gehen beide auseinander mit den Worten: “Er / sie ist doch gar nicht beziehungsfähig und total blöd!”

Ende der Liebesgeschichte, die doch so schön begann…