Im ersten Teil habe ich Euch eine Situation von frisch verliebten Pärchen beschrieben, wie sie nur allzu oft vorkommt: die Verlustangst eines Partners (in diesem Falle des Weibchens, aber natürlich geht es auch umgekehrt – das Männchen leidet unter enormer Verlustangst) führt zum Ersticken der jungen entfachten Flamme.

Um eine Beziehung auf ein glückliches Fundament zu stellen, ist ein Faktor sehr wichtig:

die gleiche Augenhöhe.

Für diese Augenhöhe ist auf beiden Seiten ein “gesundes” Selbstwertgefühl Voraussetzung, denn nur dann fühlt man sich beim anderen wohl aufgehoben, hat nicht diesen Schwall an bedrohlichen Verlustängsten und beginnt durch diese zu klammern.

Man begegnet sich dann so, wie man ist, “verkauft” sich nicht, sondern weiß, dass man füreinander gut ist und miteinander froh sein kann über diese Begegnung, aus der alles erwachsen wird, was man sich gemeinsam erhoffen möchte.

Hätte in unserem Beispiel das Weibchen ein stärkeres Selbstwertgefühl, würde es dieses Bedürfnis nicht verspürt haben, das Männchen “an sich zu ketten”.
Das Weibchen hätte die Lust und Freude, den eigenen Interessen nach zu gehen und würde ihrem Männchen stolz von den damit verbundenen Erlebnissen erzählen.
Gleichermaßen wäre das Weibchen interessiert an den Erlebnissen des Männchens und könnte ihm von Herzen einen schönen Abend mit seinen Freunden wünschen, statt vor lauter Panik eine Situation zu inszenieren, in welcher das Männchen nur davon laufen kann.

Ein gestörtes Selbstwertgefühl ist in der Regel in der Kindheit durch verschiedene negative Erlebnisse in der Familie oder dem näheren Umfeld manifestiert worden.
Wenn man erkannt hat, dass man mit diesem negativen Gefühl, zu wenig oder gar nichts wert zu sein, immer wieder konfrontiert ist, sollte man überlegen, ob man daran arbeiten möchte.

Durch verschiedene Methoden und Hilfe zur Selbthilfe ist die Stärkung des Selbstwertes sehr gut möglich – und bildet dann den Grundstein für eine zufriedene und glücklichere Zukunft.