Oftmals erwartet jemand, der auf der Suche nach dem Partner / der Partnerin fürs Leben ist, dass er jemanden findet, der ihn / sie “glücklich macht”!

Der mich glücklich macht?

Wie kann mich jemand glücklich machen, wenn ich selbst es nicht bin?
Welche Last bürde ich jemandem auf, von dem ich erwarte, dass er mich glücklich machen soll?
Wie viel Kraft muss derjenige aufwenden, um in mir ein Glücksgefühl dauerhaft zu erhalten und wie perfekt muss er dazu sein?
Denn jede “Enttäuschung”, die wir empfinden innerhalb einer Partnerschaft, hätte ja ein Unglücklichsein zur Folge, für das der Andere dann die Verantwortung trägt.

Es ist die berühmte Katze, die sich in den Schwanz beißt: wenn man diese hohe – zu hohe – Erwartung stellt, ist eine Enttäuschung vorprogrammiert, da niemand diese Erwartung erfüllen kann, ohne selbst unglücklich zu werden.
Durch diese Enttäuschung, die man dann empfindet und für die man den anderen verantwortlich macht, ist man noch unglücklicher, erwartet vom anderen noch mehr, dass er das wieder gut macht und uns gefälligst glücklich.

Der andere gibt sein Bestes, stellt aber fest, dass er diese Erwartung zu keiner Zeit erfüllen kann, weil er nun selbst mit seinem eigenen Unglück zu tun hat und auch noch das Unglück des anderen lösen soll.

Es entsteht Unzufriedenheit auf beiden Seiten und letztlich wird einer von beiden davon laufen – der eine, weil er enttäuscht ist, “wieder nicht den / die Richtige(n) gefunden zu haben, der einen glücklich macht”, der andere, weil er viel mehr Unglücklichsein empfunden hat als vor der Beziehung.

Und so wird es sich immer wieder wiederholen, wenn die Erwartung bleibt, dass jemand uns glücklich machen soll.

Um diesen Teufelskreis zu verlassen, muss man verstehen und begreifen, dass Glück als Solches nur in uns selbst entstehen kann. Durch unsere gemachten Erfahrungen von der Kindheit an ist dieses Gefühl verloren gegangen oder zerstört worden.
Man kann es aber erneut erlernen.

Der “schnellste” Weg dorthin ist – wenn die seelischen Verletzungen nicht so tiefgreifend sind, dass man Hilfe von außen durch einen Coach oder psych. Berater in Anspruch nehmen sollte – die Verwirklichung von eigenen Zielen.

Diese Ziele, dieses Ziel, sollte etwas sein, was man nur für sich selbst macht, woran man tiefe Freude empfindet und was einen wirklich ausfüllt.
Wissenschaftlich ist erwiesen, dass wir uns nur erreichbare Ziele ernsthaft stecken. Es gibt also kein “zuviel”, eher ein “zu wenig”. Denn wenn das Ziel zu niedrig ist, kehrt sich die Freude letztlich um, da wir instinktiv wissen, dass wir mehr hätten erreichen können, es aber nicht taten.

Also sollte man in sich fühlen und sich fragen, was man schon immer gern hätte machen wollen, jedoch nie getan hat.

Wenn ich in meinem Umfeld schaue, wer für sich selbst tief glücklich ist, sind es alles Menschen, die Ziele haben: ein Freund trainiert mit seinem Hund für die Schutzhundausbildung, will selbst die Weiterbildung in dem Bereich erreichen – und ist trotz aller widrigen Lebensumstände glücklich. Meine Schwester reist mit meinem Schwager und wandert Kilometer für Kilometer, weil sie sich alles ansehen wollen, was möglich ist, sie fahren regelmäßig in ihr Lieblingsland USA und sie sind mit sich und für sich glücklich. Mein Mann trainiert wieder für das Marathon-Laufen und will in diesem Jahr mindestens 2 Läufe schaffen – in seiner selbst gesteckten Bestzeit. Ich selbst möchte die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie im nächsten Jahr schaffen und übe dafür täglich. usw.

Wenn ich dann schaue, wie es den Menschen in meinem Umfeld geht, die keine Ziele haben, sehe ich, dass viele von ihnen nach außen lächeln, aber für sich selbst unglücklich sind, potenzielle Partner verfluchen, weil “das eh wieder nichts wird”, krampfhaft nach Lebensinhalten suchen, weil Arbeit und Fernsehn eben nicht reichen, um stolz auf sich selbst und damit glücklich zu sein. Das Ergebnis ist, dass sie viel mehr jammern und klagen, maulen und unzufrieden sind, als die anderen.

Im Übrigen ist das Ergebnis dieser kleinen, oben genannten, Glücksformel enorm: Dadurch, dass man selbst stolz auf sich ist, fröhlich das Ziel verfolgt und so ja auch immer etwas “zu erzählen” hat, glücklich darüber ist, dass man sein Ziel erreichen wird, hat man kaum Zeit und Grund zum Jammern und Klagen, empfindet dadurch eine viel größere Zufriedenheit in seinem Leben und strahlt Glücklichsein aus.

Und man zieht Menschen an, die ebenfalls glücklich mit sich selbst sind.

Letztlich kann dadurch eine gesunde Beziehung wachsen, in der beide mit sich selbst glücklich und zufrieden sind und den anderen als Bereicherung für das eigene Leben empfinden. Da niemand den anderen verantwortlich macht für das eigene Glücklichsein, sind beide deutlich mehr in ihrer Mitte und bilden eine gesunde Einheit, in welcher sich beide frei entfalten und entwickeln können und sich fördern, statt sich zu behindern.

Eigentlich ganz einfach, oder? Ansonsten gibt es uns Coaches und psych. Berater, die bei der Zielfindung und Glücksformel helfen können.

Und – welches Ziel hast Du, lieber Leser?