Der Heilpraktiker für Psychotherapie scheint für viele Menschen recht unbekannt, wie ich bisher feststellen durfte. Zumindest bei denen, die bisher keinerlei Unterstützung bei der Bewältigung etwaiger Probleme oder psychischer Unsicherheiten/Erkrankungen benötigten.
Ebenso – oder gar noch viel mehr – unbekannt ist die Qualifikation, die selbiger benötigt.

Der Heilpraktiker für Psychotherapie trägt auch die Bezeichnung “Heilpraktiker sektoral”.

Generell werden Heilpraktiker vor dem Gesundheitsamt auf ihr Wissen überprüft, wodurch sie nachweisen, dass ihre Kenntnisse ausreichen, um in ihrem Wissensgebiet sicher agieren zu können und das, ohne den Klienten / Patienten durch Unwissen Schaden zuzufügen.

Für den Heilpraktiker, welcher auf das Gebiet der Psychotherapie beschränkt ist, bedeutet dies, dass er nachweisen muss, sämtliche bekannten Krankheitsbilder der menschlichen Psyche zu kennen und unterscheiden zu können, welche Krankheitsbilder in die Hände eines Facharztes gehören und welche er selbst begleiten darf.

Es herrschen oftmals Unsicherheiten, ob der sektorale Heilpraktiker überhaupt ausreichendes Wissen besitzen kann, um in diesem Tätigkeitsfeld zu arbeiten.

Um aufzuklären, dass der Heilpraktiker für Psychotherapie ein durchaus qualifiziertes wichtiges Mitglied des Gesundheitssystems ist und den Arbeitskreis der psychologischen Psychotherapeuten sinnvoll ergänzt, folgen hier nach und nach weitere Hintergrundinformationen.

Hier mal ein Überblick über die derzeitig gültigen Prüfungsinhalte für die Überprüfung des Heilpraktikers für Psychotherapie in Niedersachsen, dargestellt auf der Internetseite des niedersächsischen Landesamtes (www.soziales.niedersachsen.de):

• Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich rechtliche Grenzen der Ausübung der Heilkunde beschränkt auf Psychotherapie ohne Approbation als Psychotherapeut(in),
• Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden bei der Ausübung einer Tätigkeit als Heilpraktiker(in) beschränkt auf Psychotherapie,
• Kenntnisse über die Abgrenzung psychischer von somatischen Störungen, insbesondere von Volkskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Systemerkrankungen und degenerativen Erkrankungen,
• Erkennung akuter Notfälle und lebensbedrohliche Zustände,
• Kenntnisse von Symptomen und Erscheinungsbildern derartiger psychischer Störungen, die Gefahren für Patienten(innen) und dritte Personen darstellen, so dass deren Behandlung ausschließlich durch Psychotherapeuten(innen) mit Approbation angezeigt ist,
• ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf das seelische Krankheitsbild,
• Kenntnisse in psychologischer Diagnostik, in Psychopathologie und klinischer Psychologie,
• Grundkenntnisse der entwicklungs-, sozial-, persönlichkeits- und neuropsychologischen Grundlagen der Psychotherapie,
• Grundkenntnisse der Konzepte über die Entstehung, Aufrechterhaltung und den Verlauf psychischer und psychisch mitbedingter Erkrankungen verschiedener Altersgruppen,
• Grundkenntnisse der psychosomatischen und der psychiatrischen Krankheitslehre,
• medizinische und pharmakologische Grundkenntnisse im Bereich der Psychotherapie,
• die Fähigkeit, die Patienten entsprechend ihrer Diagnose zu behandeln,
• Ausschluss von Gefahren bei Äthologie, Indikation und Therapieplanung, Dokumentation, Evaluation, Kooperation mit den anderen Berufsgruppen des Gesundheitswesens.

Bei der Prüfung zum „Heilpraktiker- beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie” wird auf die folgende Fragestellung abgestellt:

• Ausreichende Kenntnisse über die Abgrenzung der heilkundlichen Tätigkeit als Physiotherapeut gegenüber der den Ärzten und den allgemein als Heilpraktiker tätige Personen vorbehaltenen heilkundlichen Behandlungen,
• ausreichende diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf die einschlägigen Krankheitsbilder,
• Kenntnisse in Berufs- und Gesetzeskunde einschließlich der rechtlichen Grenzen der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde.