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Das Glück und die Formel

Beziehungsweise Posted on 22 Jan, 2018 08:23:04

Oftmals erwartet jemand, der auf der Suche nach dem Partner / der Partnerin fürs Leben ist, dass er jemanden findet, der ihn / sie “glücklich macht”!

Der mich glücklich macht?

Wie kann mich jemand glücklich machen, wenn ich selbst es nicht bin?
Welche Last bürde ich jemandem auf, von dem ich erwarte, dass er mich glücklich machen soll?
Wie viel Kraft muss derjenige aufwenden, um in mir ein Glücksgefühl dauerhaft zu erhalten und wie perfekt muss er dazu sein?
Denn jede “Enttäuschung”, die wir empfinden innerhalb einer Partnerschaft, hätte ja ein Unglücklichsein zur Folge, für das der Andere dann die Verantwortung trägt.

Es ist die berühmte Katze, die sich in den Schwanz beißt: wenn man diese hohe – zu hohe – Erwartung stellt, ist eine Enttäuschung vorprogrammiert, da niemand diese Erwartung erfüllen kann, ohne selbst unglücklich zu werden.
Durch diese Enttäuschung, die man dann empfindet und für die man den anderen verantwortlich macht, ist man noch unglücklicher, erwartet vom anderen noch mehr, dass er das wieder gut macht und uns gefälligst glücklich.

Der andere gibt sein Bestes, stellt aber fest, dass er diese Erwartung zu keiner Zeit erfüllen kann, weil er nun selbst mit seinem eigenen Unglück zu tun hat und auch noch das Unglück des anderen lösen soll.

Es entsteht Unzufriedenheit auf beiden Seiten und letztlich wird einer von beiden davon laufen – der eine, weil er enttäuscht ist, “wieder nicht den / die Richtige(n) gefunden zu haben, der einen glücklich macht”, der andere, weil er viel mehr Unglücklichsein empfunden hat als vor der Beziehung.

Und so wird es sich immer wieder wiederholen, wenn die Erwartung bleibt, dass jemand uns glücklich machen soll.

Um diesen Teufelskreis zu verlassen, muss man verstehen und begreifen, dass Glück als Solches nur in uns selbst entstehen kann. Durch unsere gemachten Erfahrungen von der Kindheit an ist dieses Gefühl verloren gegangen oder zerstört worden.
Man kann es aber erneut erlernen.

Der “schnellste” Weg dorthin ist – wenn die seelischen Verletzungen nicht so tiefgreifend sind, dass man Hilfe von außen durch einen Coach oder psych. Berater in Anspruch nehmen sollte – die Verwirklichung von eigenen Zielen.

Diese Ziele, dieses Ziel, sollte etwas sein, was man nur für sich selbst macht, woran man tiefe Freude empfindet und was einen wirklich ausfüllt.
Wissenschaftlich ist erwiesen, dass wir uns nur erreichbare Ziele ernsthaft stecken. Es gibt also kein “zuviel”, eher ein “zu wenig”. Denn wenn das Ziel zu niedrig ist, kehrt sich die Freude letztlich um, da wir instinktiv wissen, dass wir mehr hätten erreichen können, es aber nicht taten.

Also sollte man in sich fühlen und sich fragen, was man schon immer gern hätte machen wollen, jedoch nie getan hat.

Wenn ich in meinem Umfeld schaue, wer für sich selbst tief glücklich ist, sind es alles Menschen, die Ziele haben: ein Freund trainiert mit seinem Hund für die Schutzhundausbildung, will selbst die Weiterbildung in dem Bereich erreichen – und ist trotz aller widrigen Lebensumstände glücklich. Meine Schwester reist mit meinem Schwager und wandert Kilometer für Kilometer, weil sie sich alles ansehen wollen, was möglich ist, sie fahren regelmäßig in ihr Lieblingsland USA und sie sind mit sich und für sich glücklich. Mein Mann trainiert wieder für das Marathon-Laufen und will in diesem Jahr mindestens 2 Läufe schaffen – in seiner selbst gesteckten Bestzeit. Ich selbst möchte die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie im nächsten Jahr schaffen und übe dafür täglich. usw.

Wenn ich dann schaue, wie es den Menschen in meinem Umfeld geht, die keine Ziele haben, sehe ich, dass viele von ihnen nach außen lächeln, aber für sich selbst unglücklich sind, potenzielle Partner verfluchen, weil “das eh wieder nichts wird”, krampfhaft nach Lebensinhalten suchen, weil Arbeit und Fernsehn eben nicht reichen, um stolz auf sich selbst und damit glücklich zu sein. Das Ergebnis ist, dass sie viel mehr jammern und klagen, maulen und unzufrieden sind, als die anderen.

Im Übrigen ist das Ergebnis dieser kleinen, oben genannten, Glücksformel enorm: Dadurch, dass man selbst stolz auf sich ist, fröhlich das Ziel verfolgt und so ja auch immer etwas “zu erzählen” hat, glücklich darüber ist, dass man sein Ziel erreichen wird, hat man kaum Zeit und Grund zum Jammern und Klagen, empfindet dadurch eine viel größere Zufriedenheit in seinem Leben und strahlt Glücklichsein aus.

Und man zieht Menschen an, die ebenfalls glücklich mit sich selbst sind.

Letztlich kann dadurch eine gesunde Beziehung wachsen, in der beide mit sich selbst glücklich und zufrieden sind und den anderen als Bereicherung für das eigene Leben empfinden. Da niemand den anderen verantwortlich macht für das eigene Glücklichsein, sind beide deutlich mehr in ihrer Mitte und bilden eine gesunde Einheit, in welcher sich beide frei entfalten und entwickeln können und sich fördern, statt sich zu behindern.

Eigentlich ganz einfach, oder? Ansonsten gibt es uns Coaches und psych. Berater, die bei der Zielfindung und Glücksformel helfen können.

Und – welches Ziel hast Du, lieber Leser?



Liebe und Beziehung: Was Man(n) nicht will – Teil 2:

Beziehungsweise Posted on 18 Jan, 2018 16:53:24

Im ersten Teil habe ich Euch eine Situation von frisch verliebten Pärchen beschrieben, wie sie nur allzu oft vorkommt: die Verlustangst eines Partners (in diesem Falle des Weibchens, aber natürlich geht es auch umgekehrt – das Männchen leidet unter enormer Verlustangst) führt zum Ersticken der jungen entfachten Flamme.

Um eine Beziehung auf ein glückliches Fundament zu stellen, ist ein Faktor sehr wichtig:

die gleiche Augenhöhe.

Für diese Augenhöhe ist auf beiden Seiten ein “gesundes” Selbstwertgefühl Voraussetzung, denn nur dann fühlt man sich beim anderen wohl aufgehoben, hat nicht diesen Schwall an bedrohlichen Verlustängsten und beginnt durch diese zu klammern.

Man begegnet sich dann so, wie man ist, “verkauft” sich nicht, sondern weiß, dass man füreinander gut ist und miteinander froh sein kann über diese Begegnung, aus der alles erwachsen wird, was man sich gemeinsam erhoffen möchte.

Hätte in unserem Beispiel das Weibchen ein stärkeres Selbstwertgefühl, würde es dieses Bedürfnis nicht verspürt haben, das Männchen “an sich zu ketten”.
Das Weibchen hätte die Lust und Freude, den eigenen Interessen nach zu gehen und würde ihrem Männchen stolz von den damit verbundenen Erlebnissen erzählen.
Gleichermaßen wäre das Weibchen interessiert an den Erlebnissen des Männchens und könnte ihm von Herzen einen schönen Abend mit seinen Freunden wünschen, statt vor lauter Panik eine Situation zu inszenieren, in welcher das Männchen nur davon laufen kann.

Ein gestörtes Selbstwertgefühl ist in der Regel in der Kindheit durch verschiedene negative Erlebnisse in der Familie oder dem näheren Umfeld manifestiert worden.
Wenn man erkannt hat, dass man mit diesem negativen Gefühl, zu wenig oder gar nichts wert zu sein, immer wieder konfrontiert ist, sollte man überlegen, ob man daran arbeiten möchte.

Durch verschiedene Methoden und Hilfe zur Selbthilfe ist die Stärkung des Selbstwertes sehr gut möglich – und bildet dann den Grundstein für eine zufriedene und glücklichere Zukunft.



Liebe und Beziehung: Was Man(n) nicht will – Teil 1:

Beziehungsweise Posted on 17 Jan, 2018 18:44:51

Das erste Date ist da, zwei Herzen schlagen Purzelbäume, Augenpaare treffen sich, in denen sich Bewunderung, Neugier und ein überwältigendes Glitzern rasant abwechseln.

Sie bewundert seine gepflegte Erscheinung, sein gewinnendes Lächeln, seine Stärke, die er ausstrahlt, seinen Charme und all die anderen Dinge, die dazu führen, dass wir uns verlieben.

Er genießt ihre Schönheit, ihr Auftreten voller Selbstbewußtsein, ihre demonstrierte Unabhängigkeit und ihre Weiblichkeit, deren Reize sie gekonnt einsetzt.

Soweit, so gut.
Die ersten Wochen gehen ins Land, man trifft sich gern, verabredet sich, verliebt sich. Jeder unternimmt viel im eigenen Freundeskreis und in der eigenen Familie, freut sich aber jedes Mal aufs Neue, wenn man endlich wieder Zweisamkeit teilen kann.
Den Rythmus der Dates bestimmt in erster Linie sie, denn sie ist ja schließlich viel beschäftigt und emanzipiert. Er ist dankbar für so viel Selbständigkeit einer Frau, weil er so genug Zeit hat für seine ganz eigenen Hobbys: Fußball, Abende mit Freunden, Konzerte usw.

Irgendwann kommt der Tag, an welchem diese Beziehung “ernst” wird. Man plant, zusammen zu wohnen und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.

Und plötzlich fühlt der Mann sich, als wäre seine Welt auf den Kopf gestellt worden und hätte seine tolle, emanzipierte und selbständige Braut verschwinden lassen.
Die Verwandlung der ursprünglich so liebenswerten freien potenziellen Partnerin macht ihm sein Leben plötzlich unglaublich schwer und seinen Freiraum kaputt:

SIE LÄSST IHM NICHT MEHR SEINEN FREIRAUM!

Wenn er sich mit Freunden verabreden will, wird sie maulig, weil sie doch eigentlich mit ihm “was-auch-immer” machen wollte.
Wenn er länger arbeiten muss, weil die Karriere ruft, meckert sie, warum er sich das antut und sie dafür warten lässt. (oder – noch schlimmer – sie belehrt ihn, wie ungesund das ist).
Wenn er Fußball schauen möchte, wirft sie ihm vor, dass er nie für sie Zeit hat.
So kann man diese Liste weiter führen bis ins Unendliche.

Alternativ geht das natürlich auch unter dem Deckmantel der endlosen Sorge, welche die Partnerin zu zerfressen droht und was sie ihm deutlich zeigt.

Das Ergebnis bleibt aber gleich: der Mann vermisst seine emanzipierte, selbständige Braut, die ihm die Freiheit ließ, sich als Mann zu fühlen und sich nicht aufgeben zu müssen.

Irgendwann wird es ihm zu bunt und er entfernt sich wieder. Einerseits, um fliehen zu können, solange es geht, andererseits, um aber nochmals einen Blick von Weitem auf sein gewähltes Weibchen zu werfen – vielleicht war es ja nur vorübergehend, diese Verwandlung?

Bei der Dame erzeugt dieses Verhalten noch mehr Verlustangst, weil sie ihn natürlich nicht verlieren möchte, ihren Prinzen, den sie doch gerade erst gefunden hatte und mit dem die Zukunft so großartig sein sollte.

Er wiederum spürt noch mehr Fluchtreflexe und entfernt sich zunehmend.

Letztlich schlägt das Festhaltenwollen durch sein Weibchen um in Wut und Aggression, weil sie ihn für beziehungsunfähig und sich für nicht gut genug hält.

Und dann gehen beide auseinander mit den Worten: “Er / sie ist doch gar nicht beziehungsfähig und total blöd!”

Ende der Liebesgeschichte, die doch so schön begann…